Impressionen

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Aktuelle Antennenkonfiguration
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Trümmerteile der ehem. Bunkeranlage
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Contest auf dem Eselsberg
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Stationsentfaltung
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Ausgezeichnete Fernsicht
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Der Mastfuss mit Plattform
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Wartung der Antennenanlage
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März 1989 - Mastumsetzung
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Masttransport mit LKW
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Transport Richtung Daun
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Mastabbau beim BWB

 

Der Eselsberg

Bild CQ-DL

Der Eselsberg ist eine vulkanische Aufwerfung inmitten der Vulkaneifel mit einer "Gipfelhöhe" von 637m über NN. Er befindet sich auf 50° 14' N und 6° 47' E und liegt somit im Locator JO3ØJF.

Geografisch gesehen ist dies:
6 km nordwestlich vom Stadtzentrum von Daun
10 km östlich von Gerolstein
10 km südöstlich von Hillesheim
11 km südwestlich von Kelberg
14 km westlich von Ulmen oder
1 km südlich der Gemeinde Dockweiler
in unmittelbarer Nähe der B 410

Der Eselsberg ist unbewaldet und eine massive Tuffsteinansammlung. Er neigt sich auf den Lavastrom von Dockweiler in nordöstlicher Richtung hin; in westlicher Richtung zur "Boos" hin, in südlicher Richtung zur Senke "In Bodem" gen Waldkönigen. Nach Osten verläuft er in einem langen Höhenzug allmählich abfallend und sich verbreiternd. Am Berg wurden immer schon bevorzugt Sandgruben angelegt. Die "Eselsberg-Tuffe" sind sehr gefragt. Sie repräsentieren wohl auch einen Vulkan, die genaue Ausbruchstelle ist jedoch unbekannt. Die Magmatide vom Eselsberg werden als Olivin-Nephelin-Leucit angesprochen.

Der Eselsberg verändert sein Jahren sein Gesicht. Zwei kleinere Sandgruben schienen bisher den Berg nicht ernstlich zu bedrohen. Nun aber ist im großen Maße ein Abbau entstanden. Der z.T. hochwertige, feinkörnige Lava, findet im Straßenbau Verwendung. Geplant ist die Abtragung des Berges bis auf eine Höhe von 590m über NN. Das ist nicht sonderlich schön und trägt auch nicht unbedingt zum Erhalt des Natur- bzw. Wasserschutzgebietes bei, welches viele seltene Pflanzen beheimatet. In Zukunft soll jedoch ein Autobahnzubringer von Gerolstein her an Dockweiler vorbei Richtung Bundesautobahn A1 verlaufen. Das wird dann wohl die einschneidendste Veränderung, die der Eselsberg in seiner langen Zeit je gesehen hat.

Das Gebiet war strategisch gesehen von jeher für das Militär interessant. Auf der Höhe des Berges befindet sich ein ehemaliger militärischer Bereich, der direkt an die Lavagrube grenzt. In früheren Zeiten befand sich dort eine Art betonierte Flakstellung, die verbunkert ausgebaut war und nach Beendigung des 2. Weltkrieges Ende der 40er Jahre gesprengt wurde, ohne das sie je richtig genutzt wurde. Reste des Grundrisses sowie viele große Stahlbetontrümmer zeugen jedoch noch heute von der ehemaligen Funktion und stecken wie Mahnmale in der Landschaft; zum Teil werden sie jedoch nach und nach durch den Abbau beseitigt.

In den 80er- und 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Eselsberg militärisch vorwiegend durch Troposcatter-Einheiten der FmAufklBrig 94 aus Daun genutzt. Ebenfalls übten dort Fm-Einheiten aus den Bundeswehrstandorten Gerolstein und Mayen sowie amerikanische Truppenteile. Letztere betrieben auf der Anhöhe im Übungsszenarium Flugabwehrstellungen für die Großflugplätze Bitburg und Spangdalem.

Seit vielen Jahren ist der Eselsberg jedoch auch der UKW-Standort des Ortsverbandes Vulkaneifel für die VHF-, UHF- und SHF-Amateurfunkbänder.

Seit 1986 befindet sich dort ständig ein 20m hoher und 3,5t schwerer Kurbelmast mit Plattform, der einmal in Diensten der Bundeswehr war. Auf der Spitze befinden sich (mittels eines Rotors) drehbare Antennen für VHF und UHF. Momentan sind dies eine 2mal 2-fach gestockte Vierergruppe von 11-Element-Antennen für das 2m-Band von Tonna sowie eine 4-fach gestockte Gruppe von 11-Element-Antennen für das 70cm-Band von Konni in Vormastmontage. Im Laufe der Jahre musste der Mast aus vielerlei Gründen (u.a. durch den Abbau von Lava) mehrmals in seiner Position versetzt werden. Dies geschah immer durch großen Einsatz von Personal und Material. Sein jetziger Standort (50° 14' 30" N - 06° 47' 08" E) - nicht ganz auf dem Plateau - scheint aber sein vorläufig letzter zu sein. Der Mast steht auf Privatgrund und ist somit erstmal nicht durch den Abbau betroffen. Er ist gut mit Fahrzeugen zu erreichen und um ihn herum können sich in genügend großem Abstand viele einzelne Funkstationen entfalten, sodass sich das Gebiet hervorragend als Contest-Standort eignet.

Hans-Peter Fuchs (DG6PY), ein langjähriger, intensiver Nutzer des Areals Eselsberg sowie der Antennenanlage, berichtet euphorisch über tolle Erlebnisse und Ergebnisse auf dem Eselsberg:

"Da die Antennenanlage auf dem Eselsberg das ganze Jahr über stehen bleibt, ist es jederzeit möglich, dort - ohne großen Aufwand wie z.B. der Antennenauf- und abbau - einige QSO's zu führen. Ich selbst war und bin noch immer sehr oft an dieser Anlage. Durch die einmalige Lage ist es mir auch immer wieder gelungen, Funkverbindungen von 700 km bis 900 km über Tropo zu tätigen. Über Sporadic-E ging es noch viel weiter ... in der Regel kann man aber immer einige italienische Stationen um oder südlich von Mailand erreichen. Auch Korsika und San Marino wurden von mir schon mehrfach gearbeitet. Die Großfelder an der nördlichen Adria sind durchweg zu erreichen. Aber genauso wie nach Süden, so sind auch Funkverbindungen Richtung Norden möglich. Wenn es meine Zeit erlaubt, so bin ich in den Skandinavischen Aktivitätswettbewerben sehr rege. Dort kann ich feststellen, dass man dänische Stationen bis an die Nordspitze Dänemarks sowie einige schwedische, manchmal auch norwegische Stationen arbeiten kann. In Richtung Großbritannien geht einfach alles! England, Wales, Irland und Nord-Irland, ja selbst Schottland und die Scilly Inseln habe ich schon gearbeitet. In westlicher Richtung geht es halt nur bis zur Westküste Frankreichs, obwohl ich auch die spanische Nordküste bereits mehrfach über Tropo erreichen konnte. Die östliche Richtung ist sehr ergiebig. Da sind nicht nur Polen, Tschechien, Slovakische Republik oder Ungarn erreichbar, auch Nord-Kroatien, Slovenien oder andere Balkanstaaten können gearbeitet werden. Man sieht also, dass man mit der richtigen Lage auch auf UKW einen Radius von 1.000 km überstreichen kann."


Doch es geht auch noch weiter ...

"Immer wieder stellte sich die Frage: Ist DX auch in FM möglich? Diese Frage wurde auf dem Eselsberg schon oft mit einem klaren "Ja" beantwortet! Mir ist es mehrfach gelungen, auch das FM-Band im DX-Betrieb zu beleben und Entfernungen von über 2.000 km zu überbrücken! Hier in DL gibt es allerdings immer wieder Stationen, die nicht verstehen können, dass man auch in FM diese Möglichkeiten hat. So kam es im Jahre 2001 zu folgender Begebenheit ... nachdem ich mehrere Stationen mit UA-Prefix auf 2-Meter in FM hörte, dachte ich mir, versuch es doch einmal selbst und so rief ich auf 145.500 MHz in FM "CQ UA". Kurze Zeit später tönte es aus dem Lautsprecher: "Ich hab die grüne Minna schon einmal bestellt!" Auf meine Nachfrage hin, was dieser Zwischenruf nun solle, bekam ich zur Antwort: "Wer so verrückt ist und CQ UA ruft, kann doch auch gleich CQ Australien rufen."

Mir zeigte dies, dass es etliche OM's gibt, die vielleicht einmal was von Überreichweiten gehört haben, aber wohl doch nicht so recht dran glauben. Hier wäre es sinnvoll, mal ab und zu über die Frequenzbänder zu drehen und zu beobachten, ob nicht doch mal Außergewöhnliches zu hören ist. Selbst bei nur angehobenen Bedingungen ist es vom Eselsberg aus möglich, Richtung Süden über das Zugspitz-Relais bis nach Norditalien, über das Oldenburger-Relais bis nach Dänemark hinein QSO's abzuwickeln. Wer also kein Gerät für SSB hat, kann auch bei guten condx in FM DX-Erfahrungen machen!"

"Meine bisher weiteste Verbindung (odx) auf dem 2-Meter-Band in SSB war mit einer RN-Station im Locator LOØØBK - das war eine überbrückte Entfernung von 2.346 km!!! In FM glückte ein QSO mit RA3QJX in KO91MQ (2.246 km)."

Nachfolgend eine Länder-Aufstellung meiner bestätigten SSB-Verbindungen für das 2-Meter sowie das 70 cm-Band:

2-Meter (47 Länder):

4U1 - 9A - 9H - CT - DL - EA - EA6 - EA9 - EI - EW - F - G - GD - GI - GJ - GM - GU - GW - HA - HB0 - HB9 - I - LA - LX - LY - LZ - OE - OH - OK - OM - ON - OZ - PA - RA - S5 - SM - SP - SV - SV9 - T7 - TA - TK - UT -Y2 - YO - YU - Z3

70-Zentimeter (21 Länder):

DL - EA - EI - F - G - GJ - GM - GU - HA - HB9 - I - IT9 - LA - OE - OK - OM - ON - OZ - PA - SM - TK

Sollten auch Sie einmal Interesse haben, ein Contest-Wochenende auf dem Eselsberg verbringen zu wollen, fragen Sie bei unserer Kontaktadresse nach, ob Ihr Wunschtermin noch frei ist! Wenn ja, steht einer interessanten Zeit mit herausragenden Ausbreitungsbedingungen nichts mehr im Wege. Das einzige, woran Sie dann noch denken müssen, ist - neben der üblichen Funkausstattung - auch im Sommer immer wetterfeste Kleidung dabei zu haben ...






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